Ausbildungsvertrag, Mindestangaben, Rechte und Pflichten, Kündigung, Muster

AusbildungAusbildungsinfo – Ausbildungsvertrag und die Mindestangaben, Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsverhältnis, Muster sowie Kündigung der Ausbildung

Ausbildungsvertrag

Der Ausbildungsvertrag wird vor Beginn der Berufsausbildung geschlossen. Die beiden Vertragspartner sind der Auszubildende (Azubi) und der Ausbildende (Unternehmen).

Hierbei gilt es zu beachten, dass die Schriftform vorgeschrieben ist. Ein mündliches Ausbildungsverhältnis ist somit ausgeschlossen.

Auch auf elektronischem Wege kann keine Ausbildung abgeschlossen werden.

Hier lernen Sie mehr zum Ausbildungsvertrag, den Mindestangaben, den Rechten und Pflichten die für die jeweiligen Vertragspartner entstehen und welche Besonderheiten bezüglich des Kündigung von Ausbildungsverträgen bestehen.

Grundlagen

Der Ausbildungsvertrag wird vor Beginn der Berufsausbildung geschlossen. Die beiden Vertragspartner sind der Auszubildende (Azubi) und der Ausbildende (Unternehmen).

Hierbei gilt es zu beachten, dass die Schriftform vorgeschrieben ist. Ein mündliches Ausbildungsverhältnis ist somit ausgeschlossen. Auch auf elektronischem Wege kann keine Ausbildung abgeschlossen werden.

Weiterhin ist es wichtig, dass der Ausbildungsvertrag von beiden Parteien unterschrieben wird.

Sollte der Auszubildende bereits das 18. Lebensjahr vollendet haben, so kann er den Vertrag selbst unterschreiben.

Ist dies nicht der Fall, so muss zusätzlich ein Elternteil oder eventuell ein Vormund mit unterschreiben.

Unmittelbar nach dem Unterschreiben des Vertrags, erhalten der Auszubildende und die mit unterschreibenden Vertreter eine Kopie des Ausbildungsvertrags.

Jetzt muss das ausbildende Unternehmen noch einen Eintrag in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse der IHK oder HWK veranlassen, damit die Ausbildung offiziell gemeldet ist.

Mindestangaben

Das Berufsbildungsgesetz nennt in § 11 die Mindestangaben des Berufsausbildungsvertrages. Darin enthalten sein müssen folgende Angaben:

Art, sachliche und zeitliche Gliederung sowie Ziel der Berufsausbildung, insbesondere die Berufstätigkeit, für die ausgebildet werden soll. Weiterhin sind vorgeschrieben:

  • Der Beginn und die Dauer der Ausbildung
  • Ob es Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte gibt
  • Die Dauer der regelmäßigen täglichen Ausbildungszeit
  • Die Dauer der Probezeit bei der Ausbildung
  • Die Ausbildungsvergütung in ihrer Höhe und wann gezahlt wird
  • Dauer des Urlaubs – Urlaubsanspruch Ausbildung
  • Voraussetzungen zur Kündigung des Berufsausbildungsvertrages
  • Anwendung von Tarifverträgen, Betriebsvereinbarungen oder Dienstvereinbarungen

Muster

Ein Muster für den Ausbildungsvertrag erhalten Sie bei der Deutschen Referenzstelle für Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung.

Rechte und Pflichten

Sowohl der Auszubildende, als auch der Ausbildende haben Rechte und Pflichten, welche durch den Ausbildungsvertrag entstehen.

Hier erfahren Sie mehr zu den Rechten und Pflichten der Vertragspartner.

Auszubildenden

Ein Auszubildender hat unterschiedliche Rechte und Pflichten. Die Rechte kann er einfordern und die Pflichten muss er erfüllen.

Folgende Rechte hat ein Auszubildender:

Hat das Recht darauf das Ausbildungsziel zu erreichen zu können.

Ausbildungsmittel, wie zum Beispiel Werkzeug von Ihrem Arbeitgeber kostenlos zur Verfügung gestellt zu bekommen.

Freigestellt zu werden für den Berufsschulunterricht und Sonderveranstaltungen.

Nur Arbeiten auszuführen die dem Ausbildungszweck dienen.

Nur Arbeiten auszuführen, die körperlich angemessen sind.

Dürfen keine Akkord- oder Fließbandarbeiten durchführen.

Körperliche Gewalt und Züchtigung sind unzulässig.

Informationen zu erhalten über Sicherheits- und Ordnungsvorschriften.

Ein Recht auf ärztliche Untersuchung vor Ablauf des 1. Beschäftigungsjahren.

Folgende Pflichten hat ein Auszubildender

Hat sich zu bemühen, dass Ausbildungsziel zu erreichen und sich die notwendigen Fertigkeiten anzueignen.

Zum Berufsschulunterricht zu gehen bzw. zu Sonderveranstaltungen.

Für Sauberkeit und Pflege der Gegenstände zu sorgen.

Ausbildungsnachweise regelmäßig und ordentlich zu führen.

Den Weisungen des Ausbildenden oder sonstigen Weisungsberechtigten Folge zu leisten, sofern die Weisungen etwas mit der Ausbildung zu tun haben.

Schweigepflicht über Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse.

Die Pflicht sich ärztlich untersuchen zulassen innerhalb des 1. Beschäftigungsjahres.

Ausbildenden

Im Umkehrschluss, sind die Rechte des Auszubildenden die Pflichten des Ausbildenden und die Pflichten des Auszubildenden die Rechte des ausbildenden Unternehmens.

Kündigung

Ein Ausbildungsvertrag kann während der Probezeit von maximal 4 Monaten jederzeit von beiden Vertragsparteien ohne Angabe von Gründen und ohne Einhaltung einer Frist gekündigt werden. Maßgebend hierfür ist der § 22 Abs. 1 BBiG.

Nach der Probezeit kann das Ausbildungsverhältnis gekündigt werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Dann gilt ebenfalls keine Kündigungsfrist.

Auch die Besonderheit der Unwirksamkeit der Kündigung und die Hemmung, wenn aus wichtigem Grund gekündigt wurde, ist im § 22 Abs. 2 BBiG geregelt.

Bei der ordentlichen Kündigung des Ausbildungsvertrags beträgt die Kündigungsfrist 4 Wochen.

Jetzt werden auch die Gründe für die Beendigung des Ausbildungsverhältnisses wichtig und müssen genannt werden.

Weiterhin ist wichtig, dass die Kündigung schriftlich erfolgen muss.

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